Berg der Wahrheit“ (Monte Verità) in Ascona, Kanton Tessin, Schweiz.„Der Ort an dem unsere Stirn den Himmel berührt…“*)Der italienisch sprachige Kanton Tessin (Repu-blica e Cantone Ticino), als südlichster Teil der Schweiz, ist seit 1803 ein Kanton der heutigen Schweiz. Auf seinem Kantonsgebiet liegt mit dem Gotthardpass der wichtigste Nord-/Süd-Übergang über die Zentralalpen. (Ab dem kommenden De-zember wird man das Gotthardmassiv durch den, mit 57,1 Km, längsten Eisenbahntunnel, in knapp 20 Minuten, unterqueren können). Am oberen Ende des Lago Maggiore liegt die Gemeinde As-cona mit ihrem berühmten Monte Verità.Die Gegend um Locarno und Ascona war im 19. Jhd. ein Sammel-becken von Anarchisten, Frei-denkern, Dichtern, Malern und anderen Künst-lern. (Eine Aufzählung all der Personen die hier ihre Spuren hinterlassen haben kann im Rahmen dieses Aufsatzes keine Berücksichtigung finden. Stellvertretend sei hier nur der Schriftsteller und Dichter Hermann Hesse (1877 – 1962) erwähnt).Viele erkennen in den Grundgedanken und Zielen der Pioniere des Monte Verità den Ursprung des heutigen Naturismus.Wie alles begannSommer 1899. Im damaligen österreichischen Veldes (heutiger Name Bled und zu Slowenien gehörend) trafen sich der flämische Jugendliche Henri Oedenkoven (1875 – 1935) und seine See-lenverwandte Ida Hofmann (1864 – 1926).Henri Oedenkoven, geboren in Antwerpen, war Sohn eines begüterten belgischen Industriellen und Reeders. Er wuchs in dem konventionellen Milieu einer verwöhnten und gelangweilten Ge-sellschaftsklasse auf. Gedankenlos genießt er alle Vergnügungen, das Wohlleben ohne Verant-wortung und Ziel. Auf einmal durchschaut er den Schwindel der Zivilisation. Er ruft zur Umkehr.Ida Hofmann, geboren in Siebenbürgen, unterrichtete in Cetinje (heute Montenegro) als Erzie-herin und Klavierlehrerin die Prinzessinnen des k. u. k. österreichisch-ungarischen Hochadels. Jetzt hat sie Ferien. Sie ist gemütskrank. Sie spürt die Diskrepanz zwischen der Gesellschaft und den Gesetzen der Natur. Kummer und Resignation verdüstern ihr Leben. Sie weiß keinen Ausweg. Die beiden sahen sich nach weiteren Anhängern um. Besonderer Sympathie erfreute sich der ungarische Oberleutnant Karl Gräser. Auch er war im Sommer 1899 in Veldes gewesen. Dann stießen zu dieser Gruppe noch Lotte Hartmann, eine hübsche Bürgermeistertochter und Gustav Gräser, der jüngere Bruder von Karl.auf der suche nach einem geeigneten OrtOedenkoven, der Vielgereiste, schlug einen ent-zückenden Winkel am mittleren Comer See vor: Lenno. Zu Fuß und für die damalige Zeit unge-wohnt bekleidet machte sich die Gruppe auf den Weg. Vor allem die Frauen erregten die Aufmerk-samkeit der Leute unterwegs. Dies weil sie es sich wagten auf ein Korsett zu verzichten und die Haa-re ließen sie hängen, wie Gott sie hatte wachsen lassen. Die Männer hatten den Mut, in kniefreien Hosen zu laufen. Besonders auffallend gekleidet war Gustav Gräser. Er genierte sich noch weniger als die anderen. Er, bloßbeinig, hatte eine lange härene Tunika malerisch um sich drapiert. Ein breites ledernes Schnürband, das wie ein Diadem wirkte, hielt seine üppigen, aber strähnigen Haare zurück.Die meiste Zeit wanderte die Gruppe barfüßig, nur selten legten sie ihre Sandalen an. Am geplanten Ort angekommen war man sich aber nicht ganz sicher ob man das erwählte Grundstück kaufen sollte oder nicht. Oedenkoven blieb zurück, um sich den Platz warm zu behalten. Die anderen machten sich auf den Weg, um noch weitere Orte im oberitalienischen Seengebiet zu besichtigen.aufbau der Künstler KOlOnieMan schrieb das Jahr 1900 als sich die Fünf darauf einigen konnten auf dem Gebiet des Monte Monescia bei Ascona Land zu erwerben und ihre Pläne in Tat umzusetzen. Sie benannten den Hügel in Monte Verità um und gründeten eine sogenannte „vegetabile Cooperative“. Eine Sied-lungsgemeinschaft auf zunächst veganer und später vegetarischer Grundlage. Hinter dieser Na-mensänderung verbarg sich nicht der Anspruch der neuen Eigentümer, im Besitz der Wahrheit zu sein. Vielmehr sollte der neue Name das Bemü-hen, wahrhaftig zu leben, zum Ausdruck bringen. Es wurde eifrig gebaut, gepflanzt und man be-gann Ackerbau zu betreiben. Wobei diese Tätig-keiten vor allem völlig nackt ausgeführt wurden. Selbstredend ist, dass dies bei der einheimischen

2Bevölkerung für großes Aufsehen sorgte und der Ort somit zu einem beliebten Ausflugsziel avan-cierte. Zur Finanzierung wurden später ein Sana-torium, ein Hotel und ein Restaurant errichtet.der auszug der gründer1920: verschiedene Unstimmigkeiten zwischen den ehemaligen Gründern und den neu dazu gestoßenen Anhänger veranlassten Henri Oeden-koven den Monte Verità zu verlassen. Dies zu-sammen mit seiner Ehefrau Isabelle. Oedenkoven hatte die Engländerin Isabelle Adderley in den ersten Kriegsjahren kennengelernt und später geheiratet. Ihr erstes Ziel war vorerst Spanien. Ein bereits gekauftes Grundstück musste dem Staate zurückgegeben werden, weil darauf eine geplante Eisenbahnstrecke gebaut wurde.Mit dem Gewinn dieses Verkaufes wanderte Oedenkoven mit seiner Familie nach Brasilien aus. Da Ida Hofmann ohne ihren Seelenverwand-ten nicht leben konnte, schloss sie sich dieser Gruppe ebenfalls an.Eine geplante Neugründung nach den Ideen von Monte Verità (Monte Sol) scheiterte jedoch infol-ge der klimatischen Bedingungen.der anfang vOm ende Anfänglich wurde das Gelände von Robert Land-mann, (Pseudonym für Werner Ackermann 1892 – 1982) übernommen. Aber da er nicht mehr an die früheren Erfolge der früheren Gründer an-knüpfen konnte, beschloss er das ganze Gebiet zu verkaufen und nach Südafrika (Swasiland) auszu-wandern.1926 machte die russische Malerin Marianne von Werefkin den deutschen Bankier Eduard von der Heydt auf die frühere Lebenskolonie aufmerksam, an der sie früher selbst teilgenommen hatte. Ba-ronin Werefkin konnte schließlich von der Heydt dazu bewegen, den legendären Berg zu erwerben. Von der Heydt erwarb das Grundstück noch im selben Jahr für 160‘000 Franken (nach heuti-gem Wert rund 1 Mio. EUR) und arrondierte das Gelände.Aber auch von der Heydt war nicht in der Lage die Bedeutung des Monte Verità der Gründer zu-rückzugewinnen. Sein größtes Vermächtnis war einzig, dass es ihm gelungen ist einige architekto-nische und museale Akzente zu setzen. Zum Bei-spiel der Hotelneubau im Bauhausstil oder seine Sammlung über ostasiatische Objekte.Nach seinem Tode 1964 vermachte von der Heydt das Gelände des Monte Verità testamentarisch dem Kanton Tessin. 1989 übergab das Tessiner Parlament den Besitz einer eigens dafür gegrün-deten Stiftung (Fondazione Monte Verità), welche die Räume der ETH Zürich für Seminartätigkeiten zur Verfügung stellt. Die bestehenden Anlagen wurden durch einen neuen Hörsaal mit Restau-rant nach Plänen des Tessiner Architekten Livio Vacchini (1933–2007) ergänzt. der mOnte verità heuteIm Frühjahr 2006 wurde auf dem Monte Verità ein Teepark eröffnet. Die Teepflanzen (Camellia sinensis) können hier auch erworben werden. Ein Zen-Garten und ein Tee-Haus (im Loreley-Haus), in dem Tee-Zeremonien und Seminare zum The-ma Grüner Tee abgehalten werden, ergänzen den Park. 2007/08 wurde das einzige originalgetreu erhaltene Hotelgebäude aus der Zeit des Neuen Bauens in der Schweiz mit Unterstützung interna-tionaler Experten fachgerecht restauriert. Dabei wurden sämtliche Materialien, aber auch die Mö-bel (Betten, Tische, Stühle und Lampen) in den Gästezimmern nach Originalvorgaben restauriert und erneuert. Für diese großartige Leistung erhielt das Hotel 2013 von ICOMOS die Auszeich-nung als Historisches Hotel des Jahres. Bereits seit 2008 ist der Betrieb Mitglied von Swiss Histo-ric Hotels.schlussbetrachtungenDie Lebensgemeinschaft scheiterte nicht zuletzt wegen den ständigen Spannungen und Ausein-andersetzungen der Bewohner untereinander.Als Beispiele seien aufgeführt:Das Fehlen von Statuten, das heißt einer verbindlichen, von allen Mitgliedern anerkannten formalen Gemeinschaftsordnung.Das Fehlen eines kleinsten gemeinsamen Nen-ners, die Ablehnug der bürgerlichen Welt erwies sich als zu schmale Grundlage für ein dauerhaftes Gedeihen der Kolonie.Zu hoch gesteckte Ziele und Forderungen. Kon-flikt zwischen Idealismus und Realismus/Prag-matismus.Die Forderung der Veganer nach einer Um-stellung von ledernen Sandalen (Tierprodukt!) auf pflanzliches Schuhwerk ließ sich mangels gleichwertiger pflanzlicher Materialien nicht verwirklichen.

3Onkologen fanden heraus, wie die aggressivste Form von Hautkrebs andere Organe befällt Jerusalem/Heidelberg – Die Statistik ist beun-ruhigend: Im Schnitt stirbt alle 52 Minuten ein Mensch an einer Melanomerkrankung. Israeli-sche Krebsforscher haben nun in Kooperation mit Heidelberger Wissenschaftlern aufgedeckt, wie die aggressivste Form von Hautkrebs ande-re Organe befällt. Das könnte die Behandlung dieser oft lebensbedrohlichen Erkrankung re-volutionieren, teilte die Universität Tel Aviv am Dienstag mit. Die Forscher konnten zeigen, dass maligne Melanome winzige Bläschen, soge-nannte Vesikel, aussenden, um andere Organe auf den Empfang von Metastasen vorzubereiten. Zugleich fanden sie chemische Substanzen, die diesen Prozess unterbinden „und damit aus-sichtsreiche Elemente künftiger Medikamente werden können“, heißt es vonseiten der Forscher. hOffnung auf heilmittel Kürzlich hatten die israelischen Wissenschaftler gemeinsam mit ihren Kollegen vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Nature Cell Bio-logy“ publiziert. Nicht alle Kolonisten waren in der Lage, der Forderung der Vegetarier nachzukommen und sich ausschließlich pflanzlich zu ernähren.Ebenfalls waren auch nicht alle Kolonisten bereit sofort, vollständig und dauerhaft auf Genussmittel (vor allem Tabak, Alkohol, Kaffee und Tee) zu verzichten (Abstinenz). Text: Rolf Hostettler, Präsident Liechtensteinischer Naturisten Verein (LNV)