Hier ist die Einladung seitens der Französischen
Naturismus Föderation an alle Franzosen und Fran-
zösinnen, damit sie sich wieder mit ihrem Körper
und ihrer Nacktheit versöhnen. Hierzu startet die FFN
am 27. Mai 2021 eine nationale Kampagne gegen die
Scham des menschlichen Körpers. Man muss leider
feststellen, dass die Beziehung, die unsere Mitbürger
zum nackten Körper haben, unter einer bleiernen
Decke gehalten wird, die durch Diktate seitens der
Gesellschaft über den menschlichen Körper auferlegt
werden, speziell auf den weiblichen Körper, welche
im Laufe der Jahre stetig zugenommen haben. Es
fehlt wirklich nicht an Verfügungen, um die Kriterien
der Schönheit und der Beleibtheit zu erfüllen…. Ver-
bindliche, gar unerreichbare Standards die von der
Mode-, Werbe- und Pornografie Industrie auferlegt
werden. Wer kann denn besser über den menschli-
chen Körper und seiner Nacktheit, über die Vorteile
und die daraus resultierende soziale Interaktionen
reden als die Naturisten?
Sogar heute noch, durch die Rückkehr fundamenta-
listischer religiöser Geboten die im Gegensatz stehen
(übertriebene Prüderie und Trennung der Geschlech-
te als Dogma aufgestellten Verfügungen, die alle
Formen der Nacktheit (protestierend, künstlerisch,
naturistisch oder philosophisch) mit Pornografie
verbinden, und denen gewisse soziale Medien wie
Facebook nachgeben, aus purem kommerziellen
Interesse. Der Mensch wird seines eigenen Körpers
beraubt, der entweder zum Symbol der gegenwärti-
gen Konsums werden muss, auch wenn er dadurch
zur Unterstützung und zum Vektor der Vermarktung
von Produkten wird, oder selbst zu einer Ware wird,
zu einem Gegenstand des Begehrens… Oder im ent-
gegengesetzten Extrem, muss man ihn verstecken,
„das Objekt der Konkupiszenz“ und aller Tabus und
religiösen Verboten, die mit der Sexualität in Verbin-
dung stehen.
Der menschliche Körper als solches und die einfa-
che Nacktheit werden somit aus der Stadt verbannt,
juristisch verfolgt, angegriffen. Diese paradoxale
Verfügungen verursachen zahlreiche Psychosen
und/oder Neurosen. Sehr viele Personen fühlen sich
verloren, lieben ihren Körper nicht mehr, verlieren ihr

Selbstvertrauen, dies wird zum direkten Schlüssel zu
Anorexie oder Bulimie, Depressionen, Frustrationen
und anderen Pathologien…
Wir haben die Fotografin Tamara HAUVUY gebeten,
Naturisten, Nicht-Naturisten zu fotografieren, mit
allmöglichen Körperformen, Hautfarben, Alter mit
oder ohne Tätowierungen und Piercings, usw., um
die Diversität der Körper zu zeigen. Das Resultat ist
verblüffend: Fotos die Körper in allen Formen zei-
gen, nur natürlich, in aller Einfachheit, natürlich , im
Wesentlichen schön.
Hinter den Hashtags
#stopbodyshaming
#bodypositive
#aimonsnouscommenoussommes
nimmt die FFN eines der schlimmsten Übel der Ge-
sellschaft auf, das frustrierendste, jenes das die indi-
viduellen Personen ihrer eigenen Integrität beraubt,
wegen der Frucht der Notwendigkeit seinen Körper
zu verstecken, da sie verschieden sind, weit von der
Norm entfernt, mit den Fingern gezeigt, beurteilt,
misshandelt, missbraucht: die Scham des Körpers!
Mit einem anderen Blick auf die Nacktheit, weit von
vermittelten Tabus, weit von der Sexualität die ihr
zugeschrieben wird, gibt diese Kampagne allen, wel-
che die Hoffnung und das Selbstvertrauen verloren
haben, die Stärke zurück. Unseren Körper und unsere
Nacktheit anzunehmen, bedeutet sich selbst zu ent-
decken, zu gedeihen, sich so zu lieben, wie man ist,
man ist sich selbst, ganz natürlich.
Durch die Plakate und Klischees der Kampagne
#stopbodyshaming wirft die FFN einen Stein in die
Pfütze, eröffnet die Debatte, befreit das Gespräch,
hinterfragt die Medien, hinterfragt die Konsumge-
sellschaft, fordert den Einzelnen in ihrem starken
Inneren heraus. Gegen die Scham des menschlichen
Körpers ankämpfen und eine gesunde und natürliche
Nacktheit fördern, sind die Gefechte, die der Naturis-
mus täglich führt. Die Definition des Naturismus‘ ist
da, um uns daran zu erinnern: „Naturismus ist eine
Lebensart in Harmonie mit der Natur. Sie kommt
zum Ausdruck in der gemeinschaftlichen Nacktheit,
verbunden mit Selbstachtung sowie Respekt gegen-
über Andersdenkenden und der Umwelt.“ Respekt,
nicht Beurteilung des Körperbaus und Freiheit des
menschlichen Körpers sind die Werte die uns als
Naturisten leiten.
Die Fotos werden am 8. April 2021 in der „Galerie
Joseph“, rue Charlot mitten im Zentrum von Pa-
ris gezeigt, bevor sie auf Tour gehen: im Herzen
der FKK-Räumen, in Galerien, Ausstellungshallen,
Gemeinden und Festivals. So viele Treffen, die ab
April 2021 in ganz Frankreich stattfinden werden, und
warum nicht darüber hinaus. Ein Ziel: Unseren Kör-
pern neuen Sinn und Wertschätzung zurückgeben,
in ihren Unterschieden, im gegenseitigen Respekt,
ohne Vorurteil und ohne Beurteilung, um die Verfü-
gungen einer Gesellschaft zu vereiteln, die vergisst,
sich selbst zu lieben so wie sie ist: GANZ NACKT!
Lasst uns zeigen, dass diese Scham des Körpers
(Bodyshaming) keinerlei Daseinsberechtigung hat
und dass man diesen Unterdrückungen widerstehen
kann und muss; dass es wichtig ist, sich davon zu
emanzipieren, sich davon zu befreien, um glücklich
in einem positiven Geist des Körpers ein erfülltes
Leben führen zu können!
Alle Klischees und Poster der Kampagne
finden Sie auf der Webseite:
www.stopbodyshaming.fr
(Nur in Französisch)
Julien Claudé-Pénégry